Wohnquartier Freie Scholle Bielefeld

Bauherr: Baugenossenschaft Freie Scholle eG
Planungsphase: 2010-2013
Fertigstellung: 2014
Nutzfläche: 6.960m²

Barrierefreier Stadtumbau

Die Wohnungsbaugenossenschaft „Freie Scholle e.G.“ in Bielefeld unterhält über 5.000 Wohnungen in der Stadt. Neben historischen Quartieren sind Wohnungsbauten aus sämtlichen Jahrzehnten seit der Gründung im Jahre 1911 in ihrem Bestand. Man ist sehr bestrebt, gerade die Bauten aus der Nachkriegszeit mit nicht mehr zeitgemäßen Wohnungen in moderne umzuwandeln.

Die 3-4 geschossigen Bestandsbauten an der Albert-Schweitzer Straße entsprachen nicht mehr dem gewohnten Stand der Technik. Ein Großteil der Wohnungen war nicht mehr vermietbar. An einer wichtigen städtebaulichen Nahtstelle Bielefeld entstand das neue Wohnquartier an der Albert- Schweitzer Straße. Vier Gebäuderiegel mit gefalteten Dächern sind hintereinander aufgereiht und bilden durch eingefriedete Wohnhöfe das Gesamtensemble.  Von einer 5-Geschossigkeit entlang der Hauptverkehrsachse Jöllenbecker Straße staffeln sich die Baukörper in das kleinteilige Wohnquartier hinein. Fassadenknicke geben den Baumassen eine angemessene Maßstäblichkeit und erzeugen ein interessantes Spiel aus Licht und Schatten. Diese neue Backsteinarchitektur dominiert strassenraumübergreifend ebenfalls das neu sanierte Verwaltungsgebäude der Freien Scholle e.G. und bildet so eine markante Torsituation zum Wohnquartier der Genossenschaft. Neben barrierefreien Wohnungen wurden entlang der Jöllenbecker Straße Geschäfts- und Gewerbeflächen geschaffen. Erklärtes Ziel des Bauherrn war eine identifikationsschaffende nachhaltige Architektursprache. Sämtliche Bauwerke sind barrierefrei erschlossen und entsprechen der aktuell geltenden DIN 18040 Teil 2. Rampen und ebenerdige Zugänge schaffen schwellenlose Zugänge. Die Terrassen und Loggien verfügen über schwellenlose Übergänge. Alle Häuser sind mit Aufzügen ausgestattet. Um den gemeinschaftlichen Gedanken zu stärken, verfügt das Quartier über einen Nachbarschaftstreff. Gemeinsame Aktivitäten sollen den Zusammenhalt der Nachbarschaft stärken und einen selbstverwalterischen Gedanken implizieren. Die Bewohner der Häuser haben die Option ihre Waschmaschine in der Wohnung abzustellen. Die dafür notwendigen Anschlüsse sind in den Bädern, die ebenfalls rollstuhlgerecht konzipiert sind, vorhanden.


Fotos: Ralf Buscher